Anna Widmann im Ursprung, Schwäbische Alb
Interview — Schwäbische Alb

„Frauen bekommen Kinder, und damit bist du oft erst mal raus"

Anna Widmann ist Gastgeberin und Sommelière im 1-Sterne-Restaurant Ursprung in Zang auf der Schwäbischen Alb. Ein Gespräch über Vereinbarkeit, die Männerdominanz in der Weinbranche und das beste Mittel gegen Kater.

Vivi D'Angelo
Von Anja Wasserbäch 7. April 2026

Zang ist kein Ort, an dem man zufällig vorbeikommt. Unter dem Dach „Alb.leben" gibt es den Ursprung, ein Restaurant mit einem Michelin-Stern. Wer Anna Widmann begegnet, merkt schnell: Sie ist genau hier richtig.

Anna, was läuft für Frauen in der Gastronomie heute besser – und wo hakt es immer noch?

Die Sichtbarkeit ist größer. Aber es gibt nach wie vor große Herausforderungen – allen voran Vereinbarkeit. Fakt ist: Frauen bekommen Kinder, und damit bist du oft erst mal raus. Wenn du kein starkes Umfeld hast, wird es schwierig.

Gerade in der Weinwelt: Ist Female Empowerment echte Veränderung oder oft nur Storytelling?

Ganz ehrlich: oft ist es Storytelling. Geh auf Messen – es ist immer noch stark männerdominiert. Dazu kommt dieses alte Bild: Frau und Alkohol. Gesellschaftlich akzeptiert – ja. Aber bitte nicht „zu viel".

„Ich bin ein Veltliner. Geradlinig, ehrlich. Aber in die unterschiedlichsten Situationen setzbar."
— Anna Widmann

Was war rückblickend ein entscheidender Moment?

Südafrika. Ich war Anfang 20, und das hat meinen Blick komplett geöffnet – auf Genuss, auf Lebensqualität, auf Gastronomie.

Und ganz ehrlich: Was hilft wirklich gegen Kater?

Die beste Lösung ist immer noch: am Abend davor wissen, wann Schluss ist. Am nächsten Tag hilft gutes Essen – am liebsten Eierspeisen. Alles andere? Eher Mythen.

Wenn du Gastronomie in einem Satz beschreiben müsstest?

Ein Ort für Schönheit – im weitesten Sinne. Ob auf dem Teller, im Raum oder im Moment selbst.